Fränkischer Tag, 27.04.2022, “Frieden gründet auf Abrüstung”

Mai 14, 2022 | Leserbriefe

Einige Äußerungen von Erzbischof Ludwig Schick im Interview vom 27.04.2022 im FT erscheinen mir äußerst fragwürdig. Es sollen einerseits Waffen an die Ukraine geliefert werden, um andererseits das Ende des Krieges herbeizuführen, da die Ukraine ein Recht auf Selbstverteidigung habe. Wie bitte soll das zusammengehen? Damit aber noch lange nicht genug! Schick instrumentalisiert die Heilige Schrift, indem er suggeriert, dass Jesus “das Recht auf Selbstverteidigung … bejahen” würde. Waffenlieferungen seien “bei Jesus kein Thema”.

Mit einer solchen Aussage wird die Botschaft Jesu bewusst in ihr Gegenteil verkehrt, denn Jesus lehnt jede Form von Gewalt in seiner Bergpredigt – und nicht nur dort – kategorisch ab. Er sagt klipp und klar: “Selig” sind die, “die keine Gewalt anwenden” und die, “die Frieden stiften”. Die Bergpredigt, Kapitel 5 – 7 des Matthäus-Evangeliums, gilt allen christlichen Konfessionen als “Grundgesetz”, als wichtigste Botschaft der Bibel überhaupt.

Die Auffassung unseres Erzbischofs, Waffen an die Ukraine zu liefern, sei legitim, verhält sich nicht nur konträr zum Denken und Handeln Jesu, sondern deckt sich auch nicht mit der Auffassung der katholischen Kirche.

Papst Franziskus kritisiert scharf – so merkur.de vom 04.05.2022 – jede Art von Waffenlieferungen. Das Kirchenoberhaupt sprach diesbezüglich deutliche Worte: “Der Handel mit Waffen ist ein Skandal, nur wenige wirken dem entgegen”.